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A brand new start

Hallo, ich bin Aracelli und bin in meiner Heimat Spanien (Madrid) selber zum Tierheim gelaufen und habe um Aufnahme gebeten, da mich niemand sonst wollte und ich Angst hatt, dass mich die Hundefänger erwischen und in eine Tötungsstation bringen . Das Tierheim (ALBA) war okay, aber so ganz ohne richtige Familie kann eine Galga nicht leben.
Durch einen glücklichen Zufall wurde eine deutsche Familie auf mich aufmerksam und holt mich tatsächlich zu sich. Ich bin schon sehr aufgeregt. Anfang August 2001 ziehe ich um ! Ich werde Düsseldorferin und bekomme außer Frauchen und Herrchen noch einen Galgo-Freund und eine Whippet-Freundin.
Gut, dass die Tierschützer in Europa zusammenarbeiten !

Im Tierheim in Spanien sitzen allerdings noch viele Kumpels von mir, die auch gerne ein neues Zuhause hätten. Informieren Sie sich doch bitte über uns
Galgos - wir sind tolle Hunde !

Ich bin PIN alias MOMO

Meine Geschichte könnt Ihr ein Stückechen weiter unten lesen - ich sitze auf diesen Bildern in Ulrikes Auto, weil ich mich da sicher und geborgen fühle und mir außerdem vorgenommen habe künftig nicht mehr zu laufen wie ein Verrückter, sondern eher fahren werde ...

Mensch, tun mir meine langen Beine weh ! Aber lest selbst:

Der 30.5.2002 war ein Horrotag für eine unserer Pflegefamilien ! Sie hatten am 24.5.2002 für uns PIN, einen handscheuen, 8 Monate alten Galgo-Rüden in Pflege genommen und bemühten sich sehr um die Pelznase. Er schien auch gute Fortschritte zu machen und sein größtes Glück waren lange Spaziergänge (natürlich am Geschirr) mit seinen Pflegeeltern und seiner Hundefreundin Strolchi.
Am 30.5. war er allein mit dem Pflegepapa unterwegs und nach 3 Stunden in Feld und Flur wollte der Pflegepapa ihm Wasser geben. Er setzte sich auf eine Bank, hielt die Leine in der linken Hand und öffnete mit der rechten Hand gerade den Wasserbehälter, als ein Geräusch PIN hochschrecken und in wilder Panik davonschießen ließ. Zwei, drei Meter “flog” der Pflegepapa noch hinterher, dann hatte ihm PIN die Leine aus der Handgerissen und war in affenartigem Tempo verschwunden.

Völlig verzweifelt suchte der Pflegepapa einige Zeit, aber das Tempo eines Windhundes, vergleichbar mit einem Kleinwagen, erlaubte ihm nicht mal mehr den Blick auf die Schwanzspitze.

Er klingelt dann bei uns (wir sind Nachbarn) und berichtete aufgelöst von dem Erlebnis. Sofort machten wir uns Alle auf (wir hatten an dem Tag auch noch Besuch) und die Suche begann. Alle Menschen, die uns irgendwie begegneten wurden befragt, Polizei, Jägerschaft, Bürgermeister informiert, aber bis auf zwei magere Hinweise auf die Laufrichtung blieb PIN verschwunden.

7 (in Worten sieben) Tage lang !!!!!!!!!!

Niemand gönnte sich mehr Schlaf, hunderte Aushangblätter wurden verteilt, etliche Anrufe kamen und es stellte sich heraus, dass PIN keine Kreise zog, sondern permanent seinen Standort wechselte. Sein Radius betrug in kürzester Zeit an die 20 km. Also keine Chance für eine Lebendfalle oder präparierten Köder.

Ganze Nächte schlugen wir uns in Gebüschen und Feldern um die Ohren, kein Zeichen von unserem Ausreisser. Wir hatten eine Wahnsinnsangst, dass er irgendwann vor ein Auto läuft, oder verhungert, verdurstet, erschossen wird ....

Dann, am 6.Tag kam ein Anruf aus einem ca. 15 km entfernten Ort - eine Windhundmama wurde von verschiednen Leute gefragt, ob ihr ein Hund “fehlen” würde, es würde einer rumstromern. Diese Windhundmama, Cora, wiederrum kannte eine unserer Pflegemamas, die ihr von der verzweifelten Suche nach PIN erzählt hatte und schnell war klar, es war unsere Pelznase, die die Gegend unsicher machte.

Cora, die eine unglaubliche Liebe zu Windhunden in sich trägt, konzentrierte sich auf unseren Burschen und betete Tag und Nacht, dass er sich in ein eingezäuntes Gelände “verlaufen” würde, damit wir eine Chance bekommen.

Und - glauben Sie es, oder glauben Sie es nicht  - am 7.Tag lief unser kleiner Irrer in ein eingezäuntes Gelände, wo ein Rosengärtner gerade an der Arbeit war. Er sah es und schloss geistesgegenwärtig das Tor.
Dann verständigte er sofort Cora, denn auch er war schon über die Suche informiert.
Cora rief sofort bei uns an und mit Halsbändern, Leinen, Fleischwurst und flatternden Nerven ausgerüstet, düste ich sofort los.

Nun klingt “eingezäuntes Gelände” nach “leichtem Spiel” - wenn ... ja wenn das Gelände nicht 6000 m2 groß gewesen wäre ...  Wir trabten also durch die Rosen und sahen PIN auch mehrmals, aber näher als 10 m ließ er uns nicht ran.

Jetzt war Cordulas (die Whippet-Hündin von Cora) große Stunde gekommen !

Sie entdeckte PIN und lief freudig bellend auf ihn zu und fing an ihn zu “umgarnen” und zu Cora, die sich in die Wiese gesetzt hatte, zu locken. Ich saß derweilen, nach mehreren Sprung-Fang-Fehlversuchen, mit meiner Fleischwurst hinter einem nahegelegenen Busch.

PIN lief mehrere Male auf Armeslänge an Cora vorbei, aber immer extrem wachsam und zum Ausweichmanöver bereit. Hingeworfene Fleischwurststücke nahm er im “Vorbeilaufen” mit und war so schnell wieder aus dem Griffbereich, dass wir keine Chance hatten.
Ich war bereits adrenalintechnisch völlig überdreht, aber Cora behielt die Ruhe und beim 11. Mal Vorbeilaufen, war Pin etwas unkonzentrierter und Cora griff beherzt zu !
Schwupp, war ich auch aus dem Busch und gemeinsam hielten wir den kleinen Kerl fest und begannen ihn zu “verschüren”. Zwei Halsbänder, ein Geschirr, 3 Leinen !

PIN zeigte überhaupt kein Interesse mit uns zu gehen und wurde steif wie ein Brett und wieder war es Cordula die ihn animierte und letztlich dazu bewegen konnte zu laufen. Unter Sicherheitsstufe EINS wurde er dann ins Auto gebracht, festgemacht und dann gab’s ein Zigarettchen für Cora und mich und Fleischwurst für Cordula ...

Auf die Stunde genau 7 Tage nach seinem Verschwinden hatten wir ihn wieder !!!!!!!!!

Er war allerdings in einem erbarmungswürdigen Zustand - seine Angst hatte sich potenziert, er hatte eine verletzte Pfote, hohes Fieber, Durchfall, Erbrechen (Steine und Äste war Alles was der arme Kerl zu fressen gefunden hatte) und sein ganzer Bewegungsapparat war in Unordnung geraten (durch die Überanstrengung).
Nun begann also das Super-Spezial-Betreuungs-Programm und weitere 2 Tage war an Schlaf nicht zu denken, da er stündlich seine Mittel bekommen und außerdem getragen werden musste, da er vor Angst nicht selbst lief.

Am Samstag Nachmittag kamen die Pflegeeltern zu Besuch und als PIN, den wir nun auf MOMO umgetauft hatten (ich ändere “Unglücksnamen” immer gerne ab)seine Strolchi (den Hund der Pflegeeltern) wieder sah, blühte er richtig auf. Jammernd sah er dann, dass sie wieder gingen und da brachten wir es nicht übers Herz ihn hier zu behalten, zumal das Fieber gesunken war und der Durchfall sich auch wesentlich gebessert hatte.

Seit Samstag ist er also wieder bei seinen Pflegeeltern und wird sich dort - umsorgt und verwöhnt -  von seiner Monsterreise erholen (wie erwähnt, er ist erst 8 Monate alt !)

Wir hoffen nun, dass er wieder vollständig auf die Pfoten kommt und irgendwann auch seine ganz eigene Familie findet !!!

An ALLE, die uns in diesen schweren Tagen geholfen haben an dieser Stelle nochmal VIELEN, VIELEN DANK. Auch an die Jägerschaft, die uns versprochen hatte nicht zu schießen und es auch nicht getan hat !

Besondere Dankeknuddels natürlich an CORA und CORDULA, denen MOMO letztlich sein Leben verdankt und an die höhere Macht, wie auch immer man sie nennen mag, die dieses Wunder möglich gemacht hat !!!!!!!!!!!!!
 

Das ist CORDULA - ohne diese süße Maus hätte die Geschichte kein Happy End ! Wenn Sie auf ihr Bild klicken, lernen Sie auch Cora, ihre Hundefreunde und Ihre Familie kennen.

BONITA

Mein neues Leben:

Hallo, ich bin Bonita, eine Greyhounddame von fast 6 Jahren. Am 2. Dezember 2001 hat mein neues Leben angefangen. Und was für ein Leben! Ich hatte ja keine Ahnung, daß es so was gibt. Anfangs hatte ich vor vielem Angst, und auch jetzt noch flüchte ich vor allem, was viel Krach macht. Aber es geht schon viel, viel besser. Alle sind lieb zu mir; ich darf den ganzen Tag auf der Couch dösen oder in dem superweichen Hundebett, das mein Frauchen für mich gekauft hat. Mein Leben lang mußte ich rennen; jetzt darf ich rennen, wenn ich Lust dazu habe. Meinem Frauchen folge ich meist durchs Haus, weil ich sie natürlich nicht wieder verlieren will. Sie nennt mich zärtlich ‘meine Große’ und findet das gar nicht schlimm.

Mein neues Zuhause ist allerdings voll von Ungeziefer. Mein Frauchen nennt das ‘Katzen’ und hat mir erklärt, daß das ‘Haustiere’ sind, die zur Familie gehören, genau wie ich jetzt. Es hat mich Monate gekostet, um mich mit diesen Fellbüscheln abzufinden. Ich habe auch noch drei Hundefreunde: einen  Mischling aus dem Tierheim, einen Podenco aus Spanien (genau wie ich) und ein kleines Wollknäuel, das mein Frauchen den ‘normalen’ Hund nennt. Also was daran normal sein soll, entgeht mir völlig. Aber sie stört mich auch nicht weiter.

Nun hoffe ich, daß noch ganz viele meiner spanischen Artgenossen ihren Weg in ein neues Leben in Liebe, Respekt und Freiheit finden!

Liebe Grüße von Bonita