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Pflegefamilien erzählen

Hier stellen sich Pflegefamilien von FAR FROM FEAR vor und berichten aus ihrer ganz persönliche Sicht aus dem Pflegefamilien-”Alltag”.
Wenn Sie überlegen, ob Sie eventuell auch Pflegefamilie werden möchten: lesen Sie, fragen Sie und schaun Sie unter
“Pflegestellen gesucht” welche Pelznasen zur Zeit auf Pflegeeltern warten ;-)
Wir freuen uns auf Sie !

Ute Müller, Pflegemama in der Nähe von Wetzlar:

Viele Leute haben mich schon gefragt "Sag mal, warum machst du das eigentlich? Nimmst irgendwelche fremde Hunde auf, päppelst und  verhätschelst sie und dann musst du dich irgendwann wieder schweren  Herzens und unter Tränen von ihnen verabschieden, weil eine völlig
 fremde  Familie kommt und sie bei dir auf Nimmer-Wiedersehen abholt?  Sowas könnte ich nicht!"
 
Stimmt schon. Kann nicht jeder. Aber ich kann’s halt. Denn diese Hunde brauchen uns! Ich lebe seit 30  Jahren mit Windhunden zusammen und möchte sie auch nicht mehr missen. Als ich  von dem Elend der Galgos in Spanien erfahren habe, kam mir sofort der  Gedanke wenigstens einen dieser armen geschundenen Tiere von dort hierher zu holen und  in unsere Familie aufzunehmen.
Zufällig las ich an dem Abend im Videotext des HR bei "Herrchen gesucht", dass in Spanien zwei kleine Galgo-Welpen dringend auf Adoptionsfamilien warten, die ihnen ein liebevolles und artgerechtes Zuhause geben können. Ich zögerte keinen Augenblick, rief sofort bei der Organisation an und
erfuhr, dass die Beiden halbtot im Strassengraben gefunden wurden und nun bei ALBA in Madrid erstmal gepflegt werden. Mir blutete das Herz! Ich gab am Telefon sofort meine Zusage einen der Welpen zu nehmen und bereits eine Woche später holte ich ihn in Frankfurt ab.
Es war die sogenannte "Liebe auf den ersten Blick" - wir schmolzen alle  dahin als wir "Suerte" das erste Mal in unseren Armen hielten. Er war damals 14 Wochen  alt und hatte furchtbar grosse Füsse, deshalb tauften wir ihn um in NANDU.
 
Durch Nandu und die ALBA- Abgesandte hier in Deutschland (Elke) lernte ich dann später Ulrike persönlich kennen. Mich beeindruckte unwahrscheinlich dieser Enthusiasmus und der ungebrochene Eifer diese armen misshandelten und von  den Spaniern weggeworfenen Galgos (hin und wieder auch Nicht-Galgos) zu retten und ihnen ein neues und schönes Leben in Liebe und Frieden zu geben.
 
Tja und irgendwann war ich dann soweit, dass auch ich als eingefleischte Windhundliebhaberin von Herzen den Wunsch hatte diese Bemühungen tatkräftig  zu  unterstützen und so nahm ich zu meinen drei eigenen Rüden noch einen Pflegehund dazu. Es war mir eigentlich vollkommen egal was da kommt, Hauptsache was  "Windiges" mit viel Bedarf an Pflege und Liebe, besonderen Spass machen
natürlich die Welpen bzw. Junghunde.

 Ruckzuck war ich mittendrin in der Sache und so kamen recht schnell 3 Welpen hintereinander in (Ute) "Müllers" Pflege, die uns allen viel Freude bereiteten. Sie kommen als arme, verängstigte Würmchen an und blühen in guter  Pflege zu unendlich lieben Schätzchen auf.
Manche sind wild, manche sanft, manche rauben einem den letzten Nerv,  manche merkt man überhaupt nicht und wenn sie dann von einer unserer ausgewählten Familien adoptiert werden, geht immer ein Stück Herz von uns mit ihnen (deshalb haben wir ja so extragrosse Herzen!).
Die Nasen werden geliebt und haben jetzt eine eigene Familie, die mit ihnen durch Dick und Dünn geht. Nicht umsonst haben so viele Familien nach ihrem ersten "Spanier" plötzlich einen zweiten oder dritten. Diese Hunde geben so viel, man kann nicht genug davon bekommen.
Jeder Hund, der wieder eine tolle Familie gefunden hatte und guten Gewissens in sein neues schönes Leben entlassen werden konnte, machte uns nicht nur glücklich, sondern bestärkte uns noch viel mehr unbedingt weiterzumachen, damit diese bis dato noch nie erlebte Lebensfreude noch ganz viele Schnuffelnasen erleben dürfen.
 
Es macht einfach riesigen Spass diesen Hunden ein neues Leben zu zeigen, zu sehen,  wie sie sich vom ängstlichen Etwas in einen selbstbewussten Hund verwandeln. Sie erwarten von den Menschen eigentlich nichts Gutes, weil sie es nicht kennen und wenn sie dann merken, dass sie hier wirklich als geliebtes Familienmitglied behandelt werden, fassen sie schnell Vertrauen und dieses Gefühl nehmen sie auch mit in ihre neuen Familien, denn sie wissen, dass sie jetzt weit weg von der Angst sind, eben FAR FROM FEAR!
 
Ute Mueller
Mail:
wind.ute@gmx.de

 

Bild vom Müller-Clan folgt ;-)))

Ilona Zajic, Ex-Pflegemama in Berlin (jetzt stolze Hundemama):

Wie ich zu Far from Fear gekommen bin? Tja... „Beziehungen“ muss man haben... 

Meine Freundin Petra, mit der ich zusammen in Berlin einen Tierschutzverein leite (SOS Hundehilfe Berlin, www.soshundehilfe.de) , brachte mich auf die Homepage von FAR FROM FEAR und da sah ich IHN dann: Noel, einen 9-jährigen Galgo-Rüden... Pflegestelle gesucht! Mein Herz tat einen Sprung. Nehme ich ihn? Geht das überhaupt? Ich gehe 6 Stunden pro Tag arbeiten, habe zwei Hündinnen, 2 Katzen, 2 Meerschweinchen. Wird er sich mit Allen vertragen? Kann er allein bleiben? Nein! – das Risiko ist zu groß! Jeden Tag habe ich ihn mir angeschaut und gehofft, dass sich jemand finden wird für ihn. Dann die erlösenden Worte: Es gibt einen Interessenten für den alten Kerl, er kommt nach Berlin geflogen. Petra, die schon einen Pflegehund von FFF hatte, und ich sollten ihn abholen vom Flughafen und nach Magdeburg zu seinem neuen Besitzer bringen. Die Nacht vor seiner Ankunft konnte ich nicht schlafen, so aufgeregt war ich! Und dann war er endlich da, abgeklappert, zitternd vor Angst und sehr sehr hungrig. Er stieg ins Auto, als hätte er nie etwas anderes getan. Mit Ulrike hatten wir vorher besprochen, dass es uns überlassen bleibt, sein neues Zuhause zu beurteilen und als wir in Magdeburg angekommen waren, mussten wir feststellen, dass der Interessent uns falsche Angaben gemacht hatte. Das Klappergestell also wieder eingepackt und zurück nach Berlin und da war er nun – mein Pflegehund. Und was soll ich sagen, alles klappte prima! Von Anfang an stubenrein, mit den Katzen und den Hunden verstand er sich und allein blieb er auch.
Aber Noel war beherrscht von seinen Ängsten. Oft wachte er auf aus tiefem Schlaf und hechelte plötzlich; sein Herz klopfte so gegen seine Rippen, dass ich Angst bekam. Draußen machte er um alles Fremde einen Bogen und ihm war fast alles fremd. Selbst wenn wir auf dem Feld spazieren gingen und weit und breit niemand zu sehen war, fing er plötzlich an zu zittern und hörte erst wieder auf, wenn ich ihn in den Arm nahm.
Glücklicherweise stand mir Ulrike immer zur Seite bei den vielen Fragen, die ich hatte. Denn auch wenn ich selbst schon seit 13 Jahren im aktiven Tierschutz tätig bin.. so einen Hund hatte ich noch nie.

In den darauf folgenden Wochen gewann er langsam Vertrauen zu mir und sein Verhalten wurde freier und offener. Wie konnte ich ihn dann noch weggeben? Heute ist Noel MEIN Hund und nun seht euch den Prachtburschen und die Sternchen an, die in seinen wunderschönen Augen glitzern...

Durch FFF und Noel habe ich viele gute Menschen kennen gelernt, mit denen ich mich durch die wundersame Liebe zu diesen Hunden stark verbunden fühle.Noch eins: Entschließen Sie sich, einem Galgo ein vorübergehendes oder endgültiges Zuhause zu geben, kaufen Sie sich einen bequemen Stuhl, denn Ihre Couch wird ab sofort Ihrem neuen Hund gehören

Ilona
Mail:
Nuschka2@aol.com

Familie Mackroth “Pflegeeltern der ersten Stunde” aus Langenfeld bei Düsseldorf:

Bei uns hat Alles damit angefangen, dass mein Mann einen kleinen Jack-Russel-Welpen verletzt auf der Landstraße gefunden hat.
Wohin damit? In ein kaltes Tierheim ? Nein !
Also haben wir den Kleinen zur Tierärztin gebracht und erfuhren dort von einem Tierschutzverein hier vor Ort, die uns darum baten den Kleinen zu pflegen, bis er vermittelt ist. Das haben wir dann auch liebend gerne gemacht. Uns es blieb natürlich nicht mehr bei diesem einen...

Dann haben wir über diesen Verein auch Ulrike kennen gelernt und bekamen von ihr unseren ersten Galgo-Mix in Pflege.
Ich muss gestehen, wir hatten keine Ahnung, was ein Galgo ist. Wir haben also erst einmal sämtliche Bücher geblättert, um wenigstens etwas über diese Rasse herauszufinden und haben uns einfach mal überraschen lassen.
Tja, und jetzt können wir nicht mehr genug von diesen superlieben verschmusten Pelznasen bekommen.
Es macht einfach nur Spaß, sich um die Hunde zu kümmern, sie aufzupäppeln und mitanzusehen, wie sie hier in Deutschland regelrecht aufblühen. Leider ist dann der Abschied um so schwerer. Es gibt Pelznasen, die kann man recht einfach gehen lassen und andere bereiten einem tränenreiche Nächte. Aber auch das geht wieder vorbei. Die neuen Familien tragen natürlich auch sehr dazu bei, indem oft nette Fotos und viele nette Zeilen geschickt werden.

Zwischendurch brachte Ulrike uns dann auch einige Mischlinge zur Pflege, die wir natürlich auch liebgewonnen haben, aber so ein Galgo ist schon etwas B“esonderes!
Durch diese Arbeit bei „Far from Fear“ haben wir schon sehr viele supernette Leute kennen gelernt und Ulrike's Einsatz ist einfach nur enorm.
Die Pelznasen geben einem so viel Liebe und zeigen so viel Dankbarkeit, dass man über so kleinere Übel, wie kleine Bescherungen vom Zimmerboden aufsammeln oder auch mal längere Fahrten, um die Pelznasen abzuholen und zu bringen, gerne in Kauf nimmt.

Sylvia
Mail:
mackroth@t-online.de

Sabrina Zahner, Ex-Pflegemama in der Nähe von Mannheim, jetzt glückliche Galgo-Mama:

Ich bin erst seit Mitte letzten Jahres Pflegemama bei „Far from Fear“. Angefangen hat eigentlich Alles durch eine Bekannte, die mir viel über Galgos und die Situation in Spanien erzählt hat. Ich wollte einen Hund und Windhunde haben mir schon immer gut gefallen. Also auf ins Internet und nach Informationen über Galgos suchen.
Nun ich bin bei „Far from Fear“ gelandet und habe viel gelesen. Die Arbeit, die Ziele und war fest entschlossen auch helfen zu wollen Also ganz sorgfältig und gewissenhaft den Fragebogen ausgefüllt. Prompt kam auch die Antwort von Ulrike. Ich dachte mir dann ich könnte ja auch erst als Pflegemama für die armen Würmchen da sein und hatte mir auch schon jemanden ausgesucht. Espi, ein junger Rüde mit gerade mal 8 Monaten und einem Blick in dem man versinken konnte. Er war es!
Ulrike und ich hatten dann regen Mailkontakt, um alles abzuklären. Das war Anfang August letzten Jahres. Ich begann mich seelisch und geistig darauf einzustellen, dass nun ein Hund meinen 4-Katzen Haushalt bevölkern wird. Eines Abends kam ein Mail mit - eilt!!!!!!!!!!!!!
Espi kommt schon am 24.August ... Hilfe...so schnell?
Also am 24. ganz früh nach St. Katharinen zum ALBA-Fest wo auch die „Übergabe“ stattfinden sollte. Ich war aufgeregt wie ein kleines Kind. Das war mein erster Hund!!! Gelesen hatte ich in der Zwischenzeit viel, aber Theorie und Praxis.......da gibt es riesige Unterschiede.
Ich konnte es nicht mehr erwarten und Carolina von der ALBA holte ihn mir aus dem Wagen. Mit schossen die Tränen in die Augen, als ich ein zitterndes, klapperndes Etwas auf dem Wagen sah. Espi war wunderschön, aber soooo dünn. Er zitterte am ganzen Körper und wollte gar nicht laufen. Ich musste nur noch heulen. Wenn man so ein Elend das erste Mal mitbekommt, geht es glaube ich jedem so.
Wieder auf der Wiese sprach ich ganz sanft mit ihm und gab ihm Bachblüten zur Beruhigung. Nach ca. 15 Minuten war es besser - nur wollte er sich ständig verstecken.
Die Heimfahrt war ruhig. Er war lieb und schlief. Mir brummten schon die ganze Fahrt die Gedanken durch den Kopf, wie er auf meine anderen Felltiger reagieren würde. Er wurde ja bezüglich Katzen getestet, aber……..
Also Tür auf, wir rein....Bigboy mein Snowbengale ist Espi gleich zwischen den Füßen herum gelaufen. Keine Reaktion. Prima!!! Espi war die ersten Stunden sehr unsicher und unglaublich müde. Klar, er war auch sehr lange unterwegs. Ich habe ihm dann Alles gezeigt, sein Fressen, seine Schläfplätze und…und…und. Alle 2 Stunden bin ich mit ihm raus, damit er weiß - alle Geschäfte werden draußen gemacht. Die erste Nacht war ruhig und er hat die Katzen in Ruhe gelassen ;-))) Als ich dann ins Wohnzimmer bin sah ich die Bescherung in großer und kleiner Form. Klar wie sollte er es auch wissen.....Das war aber nur die eine Nacht.
Espi taute immer mehr auf und langsam, sehr langsam merkte er, dass ich ihm nichts tue. Das freundliche „komm“ meinerseits war für ihn anfangs ohne Bedeutung. Es dauerte bis er kapierte, dass ich ihn streicheln möchte und einfach nur knuddeln ohne ihm weh zu tun.
Draußen merkte ich gleich in der ersten Woche, dass er ein absoluter Angsthund ist. Plastiktüten, Baumstämme, Stöcke, Plakate und dunkle Einfahrten machten ihm sehr Angst. Seine schlimmste Angst hatte er allerdings vor Menschen und hauptsächlich Männern in dunkler Kleidung !!!! Wenn uns Leute entgegen kamen, verkrampfte er sich gleich und hätte am liebsten die Flucht ergriffen. Andere Hunde dagegen waren für ihn okay.
Mit der Zeit aber (dauerte ca. 1 Monat) kannte er auch die anderen Hundeleute und begrüßte sie. Er war aber nach wie vor vorsichtig. Abends auf der Couch fing er ab und zu an ganz schnell zu schnaufen und zuckte wie ein Verrückter. Es war mehr als nur Träumen. Er musste etwas verarbeiten.
Nur nach und nach und durch viel Geduld entspannte er sich immer mehr bei den Spaziergängen und wurde langsam forscher. Zu Hause war er allerdings ein „kleiner“ Draufgänger. Ins Bett, auf die Couch, auf die Küchenablage mit den Pfoten. Bett und Couch war okay, aber Küchenablage war tabu. Kissen umräumen, Plüschtiere sortieren und mir Betten aufschütteln helfen. Er war ein absoluter Clown, der mich immer zum Lachen brachte. Sein bester Kumpel war Bigboy der Bengalkater. Die Beiden spielten zusammen, als wären beide Hunde. Kurz zur Anmerkung: Bengalen sind schon etwas rüder und lassen sich nicht alles gefallen. So kam es dann eines Tages, dass Bigboy am Hals von Espi hing wie Fallobst. Espi bekam von Bigboy auch die Ohren geputzt. Es war auch lustig anzusehen, als Bigboy auf dem Hund saß und ihn im Genick packte. Die beiden hatten sich gesucht und gefunden und ich habe viele lustige und schöne Momente mit den Beiden erlebt. Die anderen 3 Coonies waren etwas zurückhaltender und Espi machte es einen Höllenspaß die anderen Drei herum zu jagen (aber nur zum Spielen). Er winselte immer und klatschte mit den Pfoten auf den Boden - so nach dem Motto - ich will jetzt spielen. Klar er war ja ein „großer Welpe“ Die Nachbarn mussten auch denken ich habe mir einen Elefanten zugelegt, denn abends nach dem Spaziergang war Spielzeit. Er trampelte dann und hüpfte wie ein wildgewordenes Kaninchen durch die „Burg“ und über mich drüber.
Wenn er aber mal bei anderen Menschen bleiben sollte, war das für ihn ein Greuel. Er war so auf mich fixiert und hatte Angst ich gehe weg und die anderen Menschen tun ihm was.
Dann kam auch die Zeit ohne Leine Gassi zu gehen. Wir waren mit 14! anderen Hunden bei uns im Wald unterwegs und als wir auf die große übersichtliche Wiese kamen, kam der große Moment - ich lasse ihn jetzt von der Leine. Er ist herum getobt und hat sich gefreut und er ließ sich prima abrufen. Nach einiger Zeit hatte er öfter seine 5 Minuten und rannte was das Zeug hielt. Da war er nicht mehr zu stoppen oder abzurufen. Er hörte mich zwar, ignorierte mich aber. Na mit der Zeit wurde das dann auch wieder besser. Dann kam die Zeit des Abschieds, denn ich bin berufstätig und ich konnte ihn nicht auslasten. Er lebt jetzt in Holland mit zwei anderen Hunden und 9! Katzen. Und wie ich gehört habe, hat er den Lebensmut wieder, frei sein bei seiner neuen Familie und richtig Hund sein………………..

Tja, ich fragte mich dann: Soll ich weitermachen oder nicht? Es hat mir schier das Herz gebrochen Espi wieder herzugeben. Weitermachen!!!! Die armen „Würmer“ brauchen uns!!!
Ich wollte erst ein Mädel, aber dann blieb ich an Cupido hängen. Ein rot-braunes „Häuflein“ Elend. Am 6. Dezember 2002 war es dann soweit. Wir fuhren zum Frankfurter Katzenschutzverein, dort war Treffpunkt mit der ALBA. Als die Hunde dort in dem eingezäumten Gelände rennen durften, sprang ein bräunliches Etwas über die Wiese und war total aufgedreht. Man sah schon von Weitem, dass er viele Wunden hatte.
Irgendwann kam er dann endlich zu mir und ich empfing ihn mit Herzklopfen. Ich „durfte“ ihn streicheln und in den Arm nehmen. Erst da sah ich, dass er viele entzündete Wunden hatte in denen Dreck war, Schrammen hier und da. Die Wirbel am Schwanz - genau 12 - waren wund
Nachdem er von mir ganz sanft gestreichelt wurde, blieb er bei uns stehen und wich uns nicht mehr von der Seite, als ob er sagen wollte - ich gehöre zu Euch!!
Schon auf der Heimfahrt zeigte er mir wie dankbar er war und was für ein Schmuser. Er drückte seinen Kopf an mich und legte sich dann über meinen Schoß. Ich habe Dich lieb…willst Du meine neue Mama sein?
Zuhause angekommen war natürlich wieder Aufregung……klappt es mit den Katzen? Es klappte. Er interessierte sich gar nicht für die Felltiger, sondern wollte nur schmusen.
Die erste Woche war etwas anstrengend, denn ob ich lang oder kurz mit ihm draußen war…er machte nichts - nur in der Wohnung. Er hatte Angst vor lauten Stimmen und war dann nur knapp 20 cm hoch und wartete auf Prügel.
Mit ihm aufs Feld zu gehen war für ihn eine Überwindung. Er blieb stehen und war keinen Schritt weiter zu bewegen. Ich erfuhr dann von Jutta (ALBA), dass er von Polizisten aufgesammelt wurde und die sahen auch, dass draußen auf dem Feldweg ein Galguero mit seinen, am Auto angebundenen, Galgos vorbei fuhr. Sie vermuteten, dass er dazu gehörte. Na kein Wunder, dass er nicht aufs Feld wollte. Er lernte aber sehr schnell, dass man die Geschäfte draußen macht, ihm auf dem Feld nichts passiert und er schnuffeln konnte wo ER wollte. Er war am Anfang so aufgedreht, dass er kaum zu beruhigen war, immer Futter, Streicheleinheiten, viele warme und gemütliche Schlafplätze und keine Bestrafungen. Das war fast zu viel für ihn. Erst mit der Zeit kapierte er, dass er das nun jeden Tag haben würde. Und typisch Galgo: Das Bett hat er gleich gefunden ;-))). Das Bett ist sein liebster Kuschelplatz - und das in meinem Arm und jede Nacht!! Auch er hatte in der Anfangszeit Albträume und zuckte sehr stark beim Schlafen und hechelte, als bekäme er keine Luft. Das gab sich aber von Tag zu Tag mehr.
Nach einer Woche versuchte ich ihn ohne Leine laufen zu lassen. Wie auch bei Espi war der Moment da: Rennt er weg, bleibt er da, erschreckt er, aber - es klappte auf Anhieb. Er versuchte alles richtig zu machen und ich hätte ihn prügeln können - er wäre trotzdem immer wieder zu mir gekommen. Ich hätte seinem ehemaligen „Besitzer“ die Gurgel herum drehen können. Ich will auch gar nicht wissen mit welchen „Methoden“ Cupido gelernt hat so zu hören. Schmusen war und ist auch immer noch sein Allerliebstes. Er geht auch zu Leuten, die er kennt - zum Kraulen!!! Er ist eben ein Genießer.
Genau vor 2 Wochen dann kam der Tag, als er mich gegen einen anderen Hund verteidigte und mich beschützen wollte und dann war klar - das ist MEIN Hund.

Jetzt falle ich als Pflegemama erst mal weg, aber ich würde immer wieder einen dieser wundervollen Hunde aufnehmen. Sie sind so dankbar für die Liebe und Zuneigung, die sie das erste Mal in ihrem Leben kennen lernen und geben diese Liebe auch zurück!!!!
Von FFF bekam ich sehr viel Unterstützung, wenn ich Fragen hatte oder nicht mehr weiter wusste.
Ulrike sagte mir mit einem Grinsen, als ich ihr mitteilte, dass er bleibt: Wie Kopf und A…..Stimmt. Er ist total auf mich fixiert und ich nenne ihn nur noch meinen „Schatten“. Er kann alleine bleiben und alles klappt, als hätte er nie woanders gelebt. Ich bin so stolz auf Cupido und es ist ein wahnsinniges Gefühl ihn rennen zu sehen, voller Lebensmut - ohne Strafen, Hunger, Jagen und Prügel - und es ist eine wahre Freude zu sehen wie er von Tag zu Tag immer mehr aufblüht (er ist erst seit 6 Wochen hier). Er ist einfach nur ein/mein TRAUMHUND.

Sabrina
Mail:
s.zahner@t-online.de

Hallo liebe künftige Pflegefamilien und Galgoverrückte

Als ehemalige Pflegemama und jetzige dreifach Galgomama wollte ich auch noch meine Weisheiten zu Ulrikes Pflegeseiten beisteuern.
Als meine Mischlingshündin Anja letztes Jahr im Jänner, mit 12 Jahren, eingeschläfert werden mußte, dachte ich mir zuerst; so jetzt keinen Hund mehr, den einen wie meine Anja bekomme ich nie wieder. Nach ein paar Wochen wußte ich allerdings; ohne Hund geht´s nicht.
Also überlegt: Windhunde gefielen mir schon lange vorher und Whippets hatten es mir besonders angetan. Sie hatten im Gegensatz zu Anja kleine Pfoten, waren kurzhaarig, und wunderschön. Ausserdem waren sie in der Pflege völlig unproblematisch. Also, es sollte ein Whippet sein!

Mein Mann bekam dann allerdings durch Zufall einen Whippet zu sehen und kam ganz aufgelöst nach Hause. "Die sind ja fürchterlich klein und zittern" sagte er. Tja, was ist nun die nächste Größe? Ja, ein Greyhound oder Galgo.
Ich hab mich erstmal im Internet erkundigt, wo solche Hunde zu bekommen sind. Dort lernte ich auch recht schnell Ulrikes "Far from Fear" kennen. Allerdings hatte es mir eine Greydame die in einem Londoner Tierheim sass angetan. Also, gemailt, fixiert und schwupps ins Flugzeug nach London. Dort den Hund angeschaut, versucht alles zu organisieren, Flug zurück und gewartet. Es kam dann noch eine Tierschützerin aus Wien bei uns in Vorarlberg vorbei, die hat sich die Umgebung und alles angeschaut, wir hatten ja extra einen Zaun mit 1,50 m Höhe aufgestellt. Sie hatte alles für sehr gut befunden. Wir haben gewartet und gewartet, wurden vertröstet und nichts ging vorwärts. Als ich dann nach 2 Monaten, selber alles organisiert hatte, bekam ich ein Mail, daß sich die Leute doch wohler fühlen würden, wenn der Hund in England vermittelt werden könnte.

Wir waren sehr entäuscht und die Suche begann von vorne. Mir fiel Ulrikes Seite wieder ein und ich schrieb ihr das ganze Dilemma. Sie hatte eine schwarze Galga auf ihrer Seite, die noch die Schrauben von einer Operation im Bein hatte, sie gefiel mir sofort. Ich erfuhr, daß sie in ein paar Tagen in die Nähe von Frankfurt zu einer Pflegefamilie kommen sollte.
Ich bat Ulrike, Santina gleich selber vom Flughafen abholen zu dürfen, damit wir ihr die Strapazen einer neuerlichen Umsiedelung ersparen könnten. Sie willigte ein und wir fuhren zum Flughafen, um die Maus abzuholen.

Was wir da sahen, brach uns fast das Herz. Sie war so ängstlich, daß wir ihre Transportbox auseinanderbauen mußten, so hatte sie sich verkrochen. Wir brachten sie in ihr neues Zuhause und behandelten sie wirklich wie ein rohes Ei. Es durfte keine laute Musik gespiel werden, meine Tochter durfte nicht mehr rennen und andere Kinder bekamen ab sofort Hausverbot.

Santina war und ist ein absoluter Angsthund. Sie hat vor allem Angst aber ganz besonders vor Kindern.

Leider erschrack sie ein paar Tage nach ihrer Ankunft beim Gassigehen dermassen, daß sie meinem Mann die Flexileine aus der Hand riß und abdüste. Sie lief so schnell sie konnte und mein Mann mit dem Auto hinterher. In einem abgelegenen Waldstück 4 km den Berg hoch hat sie sich mit den Resten der Flexileine verfangen. Als ich sie wieder zu sehen bekam war ich geschockt. Sie hatte sich die ganzen Nägel bis auf´s rohe Fleisch abgelaufen. Die Ballen waren offene Fleischklumpen und sie zitterte so sehr, daß ich Angst hatte, sie könnte einen Herzinfarkt bekommen. Wir haben die Wunden gereinigt und verbunden, am nächsten Tag als sie nicht mehr so aufgeregt war, gingen wir mit ihr zum Tierarzt. Dort wurden ihr die Verbände erneuert.
Sie ist uns zwei Wochen später nochmals entwischt. Wieder kam jemand um die Hausecke, sie erschrack und riß sich mit samt Leine los. Diesmal rannte sie zum Glück nicht mehr so in Panik fort. Wir suchten den ganzen Tag nach ihr und gegen Abend fanden wir sie. Sie war wieder in Richtung Heimat unterwegs. Allerdings war nicht daran zu denken, daß sie vielleicht herkommen würde, dazu hatte sie noch zu große Angst. Ich fuhr dann mit meinem Auto in ihre Nähe und stieg aus, ließ die Autotüre auf und ging weg. Santina sprang in das Auto und ich ging langsam hin um die Türe zuzumachen. Die Erleichterung, sie wieder zu haben trieben mir die Tränen in die Augen.

Wir beschlossen dann, um Santina ein bischen aus ihrem Angstzustand herauszubringen, ihr einen zweiten Hund dazuzugeben. Dieser Hund mußte aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen: er durfte unter keinen Umständen ein Angsthund sein, er sollte Menschen und Katzenverträglich sein und er sollte nicht traumatisiert sein. Ich bat Ulrike um Hilfe und so kamen wir zu Sam. Ein Galgomischling der mit fünf Monaten mit seinen anderen Geschwistern und seiner Mutter nach Deutschland gekommen war und noch keine schlechten Erfahrungen gemacht hatte.
Sam tat Santina wirklich gut. Sie faßt schnell Vertrauen zu ihm und es war nun möglich über den Kontakt zu Sam auch Santina etwas näher zu kommen.

Heute ist es so. Sam ist ein richtiger Lausbub, dem man nicht böse sein kann, sehr gelehrig und der einzige der wenigstens ab und zu kommt, wenn man ihn ruft. Santina hat zu uns Vertrauen und lässt sich streicheln, mir folgt sie auf Schritt und Tritt, vor meinem Mann hat sie noch immer Angst, läßt sich aber streicheln und unsere Tochter, tja, da läuft sie nicht mehr davon wenn sie in ihre Nähe kommt. Bei Fremden hat sie nachwievor Angst und bellt schonmal wenn jemand sie ansieht.

Natürlich habe ich Ulrikes Seite nicht mehr aus den Augen gelassen und das Elend in Spanien ließ mir keine Ruhe mehr. So kam es, daß ich Ulrike anbot als Pflegemama mitzumachen. Es war Blake ein furchtbar armer Galgorüde, der es mir angetan hatte. Er war schon seit einiger Zeit im Tierheim in Spanien und es ging ihm scheinbar von Tag zu Tag schlechter. Es wurde ein Flug organisiert und als es soweit war, startete ich mit meiner Freundin Silvia (die ich auch über Far form Fear kennengelernt habe, sie hat drei Galgos) nach Zürich. Leider wurde Blake aber nicht ins Flugzeug gelassen und wir mußten kurz vor dem Züricher Flughafen wieder umkehren. Ich spürte förmlich wie es Blake ging. Irgendwie wußte ich, es mußte jetzt schnell etwas passieren, sonst schafft er es nicht. Ellen, ein andere "Galgoverrückte" in meiner Nähe, bot an, mit ihrem Bus nach Spanien zu fahren um ihn zu holen. Da der Bus aber schon sehr alt war, schien es uns besser mit einem Leihwagen zu fahren. Wir düsten also ein paar Tage später wirklich nach Madrid zu ALBA und holten insgesamt 5 Hunde nach Österreich und Deutschland.

Blake ging es wirklich nicht sehr gut, aber er war ein völlig unkomplizierter Bursche. Es war einmalig zu sehen wie schnell er wieder gesund wurde und zunahm. Dieses Gefühl, zu wissen, daß dieser Hund wahrscheinlich nicht mehr leben würde, wenn man nicht geholfen hätte....., es ist herrlich und ich bin dankbar hier etwas helfen zu dürfen.

Blake wurde von mir nach Norddeutschland vermittelt und ich habe noch immer sehr viel Kontakt mit Maike, seiner neuen Mama. Sie würde ihn um nichts in der Welt mehr hergeben. Das ist wunderbar.

Als Blake fort war kam Brenda. Sie war genauso absolut unkompliziert. Das geborene Opfer. In Sam verliebte sie sich sofort, aber Santina mochte sie nicht so sehr. Sie ging Nachts immer auf sie los und Brenda schrie fürchterlich. Wir mußten sie trennen und dann war es auch kein Problem mehr. Brenda hatte gleich neue Interessenten, naja, sie ist auch eine Schönheit.
Wir hatten hin und her überlegt, ob wir sie nicht behalten sollten. Doch was würde dann aus den anderen armen Pelznasen die noch in Spanien sitzen. Wir entschlossen uns also schweren Herzens, sie nach Gera zu vermitteln.

Die Übergabe ging problemlos und ich weinte als Brenda nicht mehr hier war. In ihrer neuen Familie war ein Whippet und eigentlich dachte ich mir, es würde keine Probleme geben. Doch die Whippetdame ging ständig auf Brenda los und schließlich entschlosß sich ihre Familie, sie wieder an uns zurück zugeben. Wir freuten uns sehr, daß wir sie wieder bekommen sollten und es war klar, die geben wir nicht mehr her. Wir holten sie in der Nähe von München und als sie begriffen hatte, daß sie wieder bei uns war, viel sie vor Freude über uns her.

So nun hatten wir drei Hunde und so leid es mir auch tut, es war nicht mehr möglich Pflegehunde aufzunehmen.

Brenda macht uns jeden Tag, genau wie Sam und Santina sehr, sehr viel Freude und wir wissen daß wir nie mehr einen anderen Hund als einen Galgo haben möchten.

Bei Fragen stehen wir aber natürlich jederzeit zur Verfügung:
E-Mail:
jaqueline.illmer@aon.at

Ich glaube es ist eine Bereicherung für jeden, sich um diese Tiere kümmern zu dürfen.

Brenda, Sam und Santina, von oben links ...

Also: Mein Name ist Sandra Thoss und ich wohne mit meiner Familie in Hoya. Im August letzten Jahres sind wir eine Pflegefamilie bei Far from Fear geworden.

Ich bin mit Hunden groß geworden. Es waren kleine, dicke und auch bissige dabei. Den ersten haben wir uns ( mein Vater ) gekauft. Die darauffolgenden sind uns irgendwie immer einfach passiert. Eben Hunde, die man nicht mehr haben wollte und dann einfach ausgesetzt hat, haben bei uns ein neues Zuhause - für immer - gefunden.
Der letzte Hund, der mir "passiert" ist lebt immer noch bei uns. Es ist ein mittlerweile 7 jähriger Schäferhund mit fortgeschrittener HD. Diese Hunde haben alle durch das Erlebte so ihre Ecken und Kanten, aber sie sind sehr dankbar und zeigen es einem täglich auf's Neue.


Durch das Internet haben wir dann von dem Elend der Galgos erfahren. Von dem Moment an war uns klar, daß wir dort helfen müssen. Aber wie? Einen Galgo adoptieren? Spenden? Wir sind zu dem Entschluß gekommen, daß wir im ersten Augenblick mehr helfen können, wenn wir als Pflegefamilie bereit stehen, sobald eine Nase aus Spanien raus muß. Platz und Zeit haben wir genug. Es war bloß die Frage, ob ich den Hund wieder her geben kann.

Dann war es soweit. Am 25.09.2002 kam Betty zu uns. Ich hatte zu Anfang die üblichen Bedenken. Versteht sich unser Hund mit ihr? Versteht sie sich mit unseren vier Katzen? Es klappte alles. Nach kürzester Zeit war es so, als wenn sie schon lange bei uns leben würde. Sie lief ohne Leine, spielte wie verrückt mit unserem HD Hund ( der war gleich 2 Jahre jünger durch sie geworden ) und verstand sich mit unseren Samtpfoten. Nach nur vier Wochen ist sie dann in ihr neues Zuhause nach Holland umgesiedelt. Ich habe sie zum Treffpunkt gebracht. Als sie dann so im fremden Wagen saß hat sie mich mit einem Blick angeschaut, den ich nie vergessen werde. Ich fühlte mich so schuldig. Am liebsten hätte ich sie da wieder raus geholt und wir wären nach Hause gefahren. Aber ich wuste ja, daß ihr neues Zuhause ein gutes Zuhause war und so fuhr ich mit schwerem Herzen und vielen Tränen alleine zurück. Ich mußte noch lange an sie denken. Das ist der Wermutstropfen, der bei jedem Hund, den man wieder abgibt, dabei ist.

Am 04.12.2002 kam dann Kubaco zu uns. Durch unseren Tierarzt habe ich ihn 5 Tage nach seiner Ankunft sehr gut in unserem Dorf vermitteln können. Er heiß jetzt Felix und hat sich prächtig herausgeputzt. Ein Traumhund !!! Er war von Anfang an Stubenrein und verstand sich mit Allem und Jedem. Wäre er länger bei uns geblieben hätten wir sicherlich Pflegesellenfieber bekommen. Hier fiehl es mir nicht so schwer ihn wieder abzugeben. Nicht, weil wir ihn nur 5 Tage hatten, sonder weil ich in ca. 10 Minuten bei ihm sein kann. Hier hat ein Traumhund seine Traumfamilie gefunden.:-)))


Am 14.12.2002 haben wir Nila bekommen. Das Leben pur !!! Durch sie wurde unser Hund wieder 2 Jahre älter. Sie war ein richtiges Energiebündel. Nila hat uns Alle auf trapp gehalten. Bei ihr habe ich dann auch erfahren, daß es manchmal nicht einfach ist eine geeignette Familie zu finden. Ulrike sagt, wenn es die richtigen sind, spührt man's im Bauch. Das Gefühl ließ lange auf sich warten. Man hat ja auch eine Verantwortung für diese Nasen übernommen und möchte, daß sie es in Zukunft gut haben. Nicht nur der Hund leidet, sonder die Pflegefamilie auch. Ich würde für alle Drei tausende von Kilometern fahren um sie wieder her zu holen, wenn bei einer Vermittlung mal etwas mißglückt. Nila lebt jetzt mit drei weiteren Hunden in Oberösterreich und ist glücklich. Sie hat mir den Abschied auch leicht gemacht. Durch ihre offene Art war ich beim Treffpunkt uninteressant. Da waren neue Menschen und Kurt. Alles mußte erst eimal begrüßt und beschnuppert werden. Ich glaube, daß sie erst nach einigen Kilometern gemerkt hat, daß ich nicht mehr da bin. Ich bin mir auch fast sicher, daß sie es für " nicht so tragisch " empfunden hat.

Aber trozdem leidet man doch sehr, wenn Sie weggehen. In der ersten Woche denkt man ununterbrochen an Sie und möcht fast stündlich bei den Familien anrufen um sich nach ihnen zu erkundigen.

Warum man sich das antut? Man brauch sich doch nur das Bildmaterial anzuschauen. Da ist ein kleiner Riß im Herzen nichts dagegen.


Sandra Thoss
Mail: sandra@thilothoss.de

Pflegehunde - eine Sucht - und wie ich "auf Droge" kam

Ok - zugegeben, gleich bei meinem ersten Pflegehund habe ich auf der ganzen Linie versagt!
Damals hatten wir zu unseren beiden Rüden eine passende Hündin gesucht und zufällig stieß ich auf eine Annonce, in der Hunde aus Lanzarote vermittelt wurden. Es dauerte dann auch gar nicht lange und meine Traumhündin Felice wurde eingeflogen.
Was für ein unvergessliches Erlebnis! Da standen wir nun um 1.00 Uhr nachts am Flughafen und wußten gar nicht so recht, was da gleich auf uns zukommen würde. Väter im Kreissaal können nicht aufgeregter sein, als
ich es damals war. "So ein Wahnsinn.", dachte ich damals "Einen Hund vom Foto aussuchen und ihn dann am Flughafen in Empfang nehmen" Auf der anderen Seite sagte irgend etwas in mir drin - es wird gut gehen.
Und dann kam sie - meine Felice. Nun muß ich gleich dazu sagen, Felice ist keine Galga, sondern ein Bardinomix. Bardinos sind wunderschöne spanische Schäferhunde. Jedenfalls - Felice kam, sah und siegte.
Ich brach sofort in Tränen aus, als ich sie sah.
Alles, was danach passierte war so positiv und ich dachte "Das ist Dein Ding. Diesen armen und doch so liebenswerten Tieren willst Du helfen. Das ist eine Sache, wo Du 1000prozentig hinter stehst. Also - weitermachen!
Damals gab es FFF noch nicht. Jedenfalls schloss ich mich der Organisation an, die mir Felice vermittelt hatte und nachdem wir uns räumlich von der Wohnung zum Haus vergrößert hatten und auch unseren Kombi gegen einen Van (ich nenne ihn heute liebevoll unseren "Viehtransporter") getauscht hatten "bewarb" ich mich
sozusagen um meinen ersten Pflegehund. Und schwub di wub stand ich schon wieder am Flughafen. Dort wurde mir dann auch zum ersten Mal ein Bild von dem elendigen Wesen (als Hund war es jedenfalls nicht zu erkennen) gezeigt, daß da gleich auf mich zukommen sollte. Lena ist ein Podenco- Labradormix und
wurde auf Lanzarote im Alter von ca. 10 Monaten in einem zugeschnüten Plastiksack gefunden. Ich sah das Foto und dachte großspurig, daß es wohl eine meiner leichtesten Übungen sein düfte, diesen Hund bei
einer Vermittlung wieder abzugeben. Ich sagte mir "Das ist nicht mein Hund!".
Und dann wurde mir eine Transportbox übergeben und ich sagte noch "Die ist ja gar nichts drin". Die bis auf die Knochen abgemagerte Hündin hatte sich eng in die hinterste Ecke der Box gedrängt. Ich werde nun versuchen zusammenzufassen, was in den nächsten Tagen und Wochen auf uns zukam. Lena hatte mit Sicherheit noch nie ein Haus von innen gesehen. Treppen steigen, Fliesenfussböden usw. das alles war für sie ein Grauen. Außerdem mußte sie schwerst misshandelt und geschlagen worden sein, denn wenn man sich ihr zuwandte machte sie unter sich. Stubenrein war sie natürlich auch nicht. Wenn ich zu Beginn meiner Geschichte von "Versagen auf der ganzen Linie" sprach, so bezog sich das auf Lena, denn obwohl ich mir alle erdenkliche Mühe gab dagegen anzukämpfen wußte ich entgegen allen meinen Erwartungen bereits nach 2 Tagen,
daß ich dieses verstörte Wesen nicht mehr würde hergeben können. Mir war klar, daß ein schwerer Weg vor uns lag aber die Angst, Lena könnte in die falschen Hände geraten und hinterher um so verstörter zu mir zurückkommen war zu groß. Damit will ich mich jetzt nicht auf`s hohe Ross setzen, aber es gibt nun mal auch Menschen, die ohne Zweifel sicherlich tierlieb sind, aber bei denen irgendwann auch mal eine Grenze erreicht ist. Bei uns war sie auch dann noch nicht erreicht, als Lena den nagelneuen Teppichboden im frischbezognen Haus zerstörte. Sie war ein absoluter Extremfall und hat sich zu einer wunderbaren Hündin entwickelt. Trotzdem muß sie schlimmes erlebt haben im Zusammenhang mit einer Leine und einem Mann, denn auch heute noch kann es passieren, daß sie aus einer Art Reflex heraus unter sich macht, wenn mein Mann sie anleinen will, obwohl sie sich bei ihm sicher sein kann, daß er ihr nie Schaden zufügen würde. Das sind die
Momente in denen ich heute noch wütend denke - "Mein Gott, was haben sie dir blos angetan?" So wurde Lena also die Nummer 4 in unserem Rudel und ich wurde selber in der Vermittlung tätig. Auf Flughäfen und Autobahnraststätten, wo ich zu unglaublichsten Uhrzeiten Hunde entgegennahm fühlte ich mich allmählich heimisch. Irgendwann klappte es dann nicht mehr so in der damaligen Organisation, da das Wohl der Tiere für einige Mitglieder zweitrangig geworden war und es den meisten sozusagen um die persönliche "Selbstverwirklichung" ging.
Aber aufhören kam für ich nicht in Frage. Wieder durch eine Zeitungsannonce wurde ich auf FFF aufmerksam, die gerade von Ulrike erst in`s Leben gerufen worden war. Ich nahm Kontakt zu Ulrike auf. Es folgten E-Mails und Telefonate und nach ein paar Tagen war ich schon in der "Galgo-Materie" ´drin, als wäre es immer schon so gewesen. Ich fühlte mich von Anfang an gut aufgehoben und das lag/liegt vor allen Dingen an dem großen Zusammenhalt der Mitstreiter untereinander und Ulrikes unermüdlichen Organisationstalent und Einsatz. Jedes Problem wird angepackt und man ist nie damit alleine.
Auch was die Vermittlung eines Pflegehundes angeht geht alles Hand in Hand und ich mußte schnell feststellen - in einer großen Gemeinschaft geht alles leichter und bisher haben wir noch alles hingekriegt.
Ja und dann kam dann auch schnell mein erster "Galgo-Pflegehund", das war natürlich wieder ein Abenteuer, denn Hund ist nicht gleich Hund und schon gar nicht gleich Galgo!
Ich muß lachen, wenn ich an die Abende denke, an denen unsere Hunde nebst Pflegehund entspannt in Sessel und Couchlandschafen lagen, die Pflege-Galgo Tico bedingungslos für alle erobert hatte und mein Mann und ich auf dem Fußboden vor dem Fernseher hockten.
Mein letzter Pflegehund Piquetta, eine ca. 11 Monate alte Galgo-Mixhündin, war auch gleichzeitig mein längster Pflegehund. Schnell hatte sie den Zweitnamen "Terminator" weg, denn wenn sie Langeweile hatte, zerstörte sie alles, was gerade so ´rumlag und sie war der erste Hund den ich kennenlernte, dessen Leibspeise Brillen und Handy`s waren. Heute bezeichnen ihre Besitzer sie als "ein Geschenk des Himmels" und das ist sie wirklich.
Ich bin froh, daß ich sie hier in meinem Wohnort vermitteln konnte und ich ihre fabelhafte Entwicklung weiter mitverfolgen kann.
Glücklicherweise habe ich zu allen meinen Ex-Pflegehunden bzw. zu deren Besitzern einen wunderbaren Kontakt. Viele wohnen in der Nähe und man trifft sich immer mal wieder zu Spaziergängen. Es sind auch viele nette Freundschafen daraus entstanden.

Ich bin ein Mensch der eigentlich immer spontan und aus dem Bauch heraus entscheidet und habe nie lange überlegt "Kannst Du....Sollst Du....Willst Du das in Kauf nehmen" wenn es galt einem Vierbeiner zu helfen. Wenn ich jetzt so auf meine "Galerie" bestehend aus vielen schönen Fotos und Erinnerungen zurückblicke kann ich eigentlich nur sagen - ich würde es sofort wieder tun, für jeden von ihnen und mit
"Far from Fear" sowieso!

Anne Müller
Mail:
Panzerdrachen@t-online.de

Also wir sind ja nicht geeignet.....

Wir haben zwei Kinder (9 u.6 Jahre), zwei Katzen, einen Hund und sind beide berufstätig. Ich zwar nur in Teilzeit, aber weg ist weg. Wer weiß in welchem Zustand der Hund ist und ob wir das dann leisten können?! Doch wir wollen und wo ein Wille, ist auch ein Weg und vor allem ist genug Liebe zum Tier da.

Wir haben uns angeboten und berichtet was wir alles haben und nicht haben und waren uns sicher, dass wir nicht geeignet sind. Doch Anfang Dezember war schon der erste dieser wunderbaren, unvergleichlichen Geschöpfe bei uns:
„Celestina“ haben wir in Dillenburg abgeholt und sie fühlte sich gleich zuhause. Sie ging ins Haus wie schon immer hier gewesen und dann direkt auf den Esstisch))  Sie war in jedem Schrank und auf der Küchenfensterbank. Hat ein neugieriges Naturell, obwohl sie dafür sicher schon oft teuer bezahlt hatte. Viele Narben am Körper und Bekanntschaft mit Tritten und Schlägen konnte man sehen. Sie blieb nur zehn Tage bei uns, da sie schon von Spanien aus vermittelt war.
Dann dachten wir uns eine Pause, da wir in Urlaub wollten und das Haus ausbauen wollten. Doch „Elisabeth“ wartete schon und wer will schon im Winter in einem ungeheizten spanischen Tierheim warten?? Ein Skelett wurde mir in den Kofferraum gelegt, das von da an zwei Wochen lang jede Stunde eine klitzekleine Mahlzeit bekam. Zu schwach um einen kleinen Spaziergang zu machen, schaffte sie es nur bis in den Garten.

Jetzt komme ich gerade von einem zweistündigen Spaziergang zurück. Sie sieht wieder nach Galgo aus und ist absolut freundlich. Sie läuft frei und bleibt problemlos allein. Im Gegensatz zu Celestina war sie sofort stubenrein. Sie heute zu sehen ist ein unbeschreibliches Gefühl, wie sie stolz auf den Feldern steht und in die Ferne blickt. In eine Zukunft, die sie jetzt wieder hat.

Ich bin mit Windhunden groß geworden und wußte daher um ihren unglaublichen Charakter, ihr Wesen, das selbst Menschen, die keine Hundeerfahrung haben, fesselt. Eine dieser Charaktereigenschaften ist eine enorme Leidensfähigkeit ohne aggressiv zu werden, was sie zum idealen Opfer für unglaublichste Behandlungen macht. Das ist unwürdig und gehört abgestellt!!! Daher braucht es Menschen, die diese aus dem Elend holen und ihnen eine zweite Chance ermöglichen.

Die Kinder finden es toll, mein Mann staunt über sich selbst und wir alle sind glücklich über diese Bereicherung in unserem Haushalt. Wir werden Elisabeth mit Heulen und Zähneknirschen abgeben müssen, doch dafür gibt es wieder für eine andere „Nase“ eine zweite Chance.

Claudia Klages
Mail:
cmarksman@firemail.de

Pflegestelle Bernd Hoffmann ;-)))

Auch um Samtpfoten kümmern sich die Pflegeeltern von Far from fear, wenn Not an der Katze ist ...
Das ist POZO, jetzt wird er Stevie Wonder genannt, weil er auf einem Auge blind ist und es ein Wunder ist, dass er die Zeit in Spanien auf der Straße überlebt hat ...

Zur Zeit haben wir
Pflegekinder in Berlin